Mode Designer - Ovdogmid Delgerdalai

Ovdogmid Delgerdalai wurde 1980 in der Mongolei geboren. Von 1998 bis 2003 studierte er bildende Künste am Institute for Fine Arts in Ulaanbaator. In den folgenden zwei Jahren erweiterte er seine Designkenntnisse an der Technical University und machte schließlich einen Abschluss als Designer an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand, Italien.

Das besondere an seinem Design sind die außergewöhnlichen und einzigartigen Materialien mit denen er arbeitet und die er zum Teil eigens entwickelt. Er ist ständig auf der Suche nach neuen Materialmischung und Möglichkeiten der Materialbearbeitung. In den so oft ganz ungewöhnlichen und neuen Stoffen steckt dabei viel mongolische Tradition. Denn Ovdogmid verwendet gerne traditionelle Materialien der mongolischen Nomaden wie Filz, der in der Mongolei nicht nur für Jurten, Kleidung und Schuhe benutzt wird, sondern auch in der Kunst.

Ovdogmid sieht sich selbst mehr als Künstler denn als Designer. Vielleicht begann er deswegen schon kurz nach seinem Studium der Malerei mit Filz als vielseitigem Material zu experimentieren. Dabei hat das Material bei ihm nichts mit dem groben Stoff zu tun, den hier wohl der ein oder andere aus dem Werkunterricht kennt. Aus Merino-Wolle zaubert Ovdogmid ein weiches und feines Material, das zu außergewöhnlicher Kleidung verarbeitet werden kann. Die Kleider entwirft er direkt an der Schneiderpuppe, wobei die einzelnen Teile nicht zusammengenäht, sondern zusammengefilzt und damit nahtlos verbunden werden. Während dieses Prozesses werden weitere Materialien eingebunden oder abschließend als Ornamente aufgenäht. Jedes Kleidungsstück ist damit ein einzigartiges Objekt – ein Kunstwerk.

Preise und Auszeichnungen:

2004 Award for Best Costume. Goyol Festival
1. Preis beim Festival of Mongolian National Costumes

Zehn Fragen an Ovdogmid Delgerdala

Wie beschreibst du Kunst in einem Satz?
Kunst ist das Licht des Lebens.

Kunst oder Liebe?
Beide sind Lebensessenzen, daher sind sie für mich unzertrennlich.

Ein Leben ohne Kunst wäre für dich...
dunkel.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde: welches Kunstprojekt würdest du wagen?
Ich habe nie so konkret darüber nachgedacht, bestimmte Projekt zu machen wenn ich viel Geld hätte. Aber der Gedanke, dass man mit viel Geld viele Arbeitsplätze schaffen kann und dabei noch viele Kollektionen umsetzen würde, fühlt sich gut an.

Dein Lieblingsplatz in deiner Heimat?
Mein zu Hause und mein Atelier. Wenn ich müde bin vom vielen Arbeiten im Atelier dann kann ich mich zu Hause am besten erholen. Das ist mein Leben.

Die Mongolei bedeutet für dich...
Die Mongolei ist das Land in dem ich geboren wurde. Wurzeln, die Geschichte unserer Vorfahren, Tradition und Kultur, all dies kann man in der Mongolei spüren.

Wo holst du dir die Inspiration für deine Arbeit?
Tradition und Moderne. Die Natur ist eine unendliche Inspiration.

Warum hast du in Italien studiert?
Das war mein Kindheitstraum. Und das Schicksal hat mich nach Italien geführt.

Was sind die Vor- und Nachteile, wenn man als Designer in der Mongolei lebt?
In meiner Heimat, nach meiner Laune zu arbeiten ist natürlich ein großer Vorteil. Das ist nicht selbstverständlich. Der Nachteil ist weit entfernt zu sein von der Welt des Fashion Design – wenn man das Internet nicht berücksichtigt.

Wenn du drei Wünsche für die Mongolei frei hättest, was würdest du wünschen?
Ich würde wünschen, dass die mongolische Bevölkerung wächst. Ich möchte Gesundheitspolitik, Bildung und Wirtschaft verbessern. Jetzt sind es vier Wünsche geworden, bin ich gierig :-).