Gerlee Tsegmid-Rösch
Kulturbotschafterin der Mongolei
Das Gesicht hinter Mongolian Step

Ich bin Gerlee Tsegmid-Rösch. Geboren wurde ich in der Mongolei, wo ich Ballett am Tanz- und Musikkolleg von Ulaanbaatar studierte und vier Jahre dem Mongolian National Grand Theatre angehörte. Doch als moderne Nomadin wurde ich vom Fernweh gepackt und es zog mich hinaus in die Welt und nach Stationen in Berlin, New York und Paris bin ich nun erneut in Deutschland sesshaft geworden.

Ich habe nach Jahren meine Heimat Mongolei wieder für mich entdeckt. Mich fasziniert, wie jung das Land ist (45% der Bevölkerung sind unter 30.) und wie schnell sich die Menschen der in der Mongolei noch jungen Staatsform der Demokratie angepasst hat. Sie wollen mit dem Rest der Welt Schritt halten und zusammen kommen, gleichzeitig sind sie sich bewusst, wie wichtig ihre Tradition und ihre Geschichte sind. Es wird viel darüber diskutiert, wie das Kulturerbe aufrecht erhalten werden kann. Mich interessiert besonders, was die jungen Mongolen wollen, was sie bewegt und was sie bewegen. Ich selber fühle mich meiner Heimat sehr verbunden, habe aber zugleich den distanzierteren Blick der modernen Nomadin, die viele Jahre im Ausland gelebt hat.

Ich denke, das bringt mir eine ganz besondere Perspektive, eine Perspektive, aus der ich vielleicht Entwicklungen sehe, die vielen Mongolen noch nicht bewusst sind und aus der ich erkenne, was die Mongolei für die Welt interessant machen kann. Daher würde ich mich freuen, das Leben in meiner zweiten Heimat Deutschland durch meine mongolischen Wurzeln ein wenig bereichern zu können.

Mit Mongolian Step bringe ich meine Leidenschaft für Kunst und Kultur und den Wunsch, meine Heimat in der Welt auf positive Weise bekannter zu machen und junge mongolische Künstler zu fördern, zusammen. Dabei hilft mir mein Know-how aus meinem Studium der Kulturwissenschaften und der Marketing-Kommunikations-Ökonomie in Deutschland. Mit Mongolian Step möchte ich einen Schritt auf alle Asien-, Kunst- und Kulturinteressierten zugehen und sie in eine Mongolei fernab aller Klischees entführen. Dabei erhalte ich bereits großartige Unterstützung von Migrantinnen Gründen, einem Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.